Die Senatorin für Kinder und Bildung tritt überraschend zurück

16. 04. 2021 um 14:46:40 Uhr | BremenNews-Redaktion
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Frau Dr. Claudia Bogedan, Bremens Senatorin für Kinder und Bildung hat nach sechsjähriger Amtszeit heute überraschend Ihren Rücktritt vom Amt zum Ende des Schul- und Kitajahres 2020/21 erklärt. Die Nachfolge ist vorläufig noch ungeklärt. Lesen Sie im Folgenden ihre ungekürzte Presseerklärung: 

Mir fällt dieser Schritt nicht leicht, denn ich habe meine Arbeit in den vergangenen sechs Jahren immer gerne und leidenschaftlich gemacht. Doch es bietet sich mir nun die Möglichkeit, mich noch einmal beruflich zu verändern. Zum 1. September 2021 soll ich die Geschäftsführung der Hans-Böckler-Stiftung, dem Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbundes übernehmen. Diese Chance möchte ich sehr gerne ergreifen.

Schwierige Rahmenbedingungen

In den letzten Jahren konnten wir in unserem Land in Kitas, Schule, Aus- und Weiterbildung vieles positiv bewegen. Und trotz Pandemie konnten auch in der laufenden Legislaturperiode zentrale Regierungsvorhaben vorangebracht werden. Es entstehen neue Kitaplätze und neue Schulbauten sind auf den Weg gebracht, die Schulsozialarbeit wurde gestärkt genauso wie die Ausstattung von Kitas in schwierigem Umfeld. Zum kommenden Schuljahr setzen wir die Doppelbesetzung in Grundschulen um und führen eine neue, vergütete ErzieherInnen-Ausbildung ein.

Sicherlich sind die Rahmenbedingungen in einem Stadtstaat wie Bremen mit großen sozialen Problemen und einer weiterhin bestehenden Haushaltsnotlage nicht immer einfach. Doch selbst in der schwierigen Situation der vergangenen Monate ist es gelungen, zukunftsfähige Perspektiven für das Bildungssystem zu schaffen. Bremen ist im Bereich der Digitalisierung der Schulen Spitzenreiter in Deutschland. Keinem anderen Bundesland ist es bislang gelungen flächendeckend SchülerInnen und Lehrkräfte mit mobilen Endgeräten und einem einheitlichen und verbindlichen Lernmanagementsystem auszustatten.

Konflikte und Auseinandersetzungen

Gleichwohl haben die Diskussionen der letzten Monate um den richtigen Umgang mit der Corona-Pandemie alle Akteure viel Kraft gekostet. Akteure, die vormals zum Beispiel im Bündnis für Bildung gemeinsame Ziele entwickelt haben, stehen sich nun mit unterschiedlichen Interessen gegenüber. Für die Zukunft wird es ganz wesentlich darum gehen, den bildungspolitischen Aufholprozess nun mit ganzer Kraft und mit allen Akteuren gemeinsam zu gestalten. Mit meinem Rücktritt will ich den Weg frei machen, dies unbelastet von den Konflikten und Auseinandersetzungen der Vergangenheit zu tun.

Der gerade beschlossene Entwurf des Doppelhaushaltes 2022/23 zeigt, dass Bildung auch künftig der Schwerpunkt der rot-grün-roten Koalition bleiben wird. Er ermöglicht weiterhin, Ungleiches ungleich zu behandeln und somit die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems von der Krippe bis zur beruflichen Bildung zu stärken. Ich bedanke mich bei allen, die sich dafür eingesetzt haben. Und ich bedanke mich für die sehr gute Zusammenarbeit in den vergangenen sechs Jahren – bei allen die im Bildungsbereich aktiv sind, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Schulen und Kitas und natürlich auch in meinem Ressort, bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Senat, bei den Abgeordneten aller Fraktionen und bei den Mitgliedern meiner Partei, die mich jederzeit unterstützt haben und bei allen anderen, mit denen ich in den letzten sechs Jahren zusammenarbeiten durfte.

Bild: Im Bremer Rathaus wird zum Ende des Schuljahres ein Sitz frei Bildquelle: Birgit Winter / pixelio.de https://www.pixelio.de/index.php




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