Die Scham muss die Seite wechseln – aber wie?

„Die Scham muss die Seite wechseln!“ Der vielfach zitierte Ausruf von Gisèle Pelicot lenkt den Blick darauf, dass Scham über sexualisierte Gewalt meist bei den Betroffenen liegt – und nicht bei den Täterinnen und Tätern. Eine Veranstaltung der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF) nimmt diesen Widerspruch am 17. Dezember von 10 bis 15 Uhr zum Anlass, um grundlegende Fragen zu stellen.

Ist Scham angeboren oder erlernt? Wie beeinflussen gesellschaftliche Machtverhältnisse, kulturelle Normen und politische Strukturen das Empfinden von Scham und wie politisch ist sexualisierte Gewalt? Welche gesamtgesellschaftlichen Veränderungen sind notwendig, um Verantwortung und Scham passend zu verorten? In Gesprächen und Impulsen diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Aktivismus, Literatur, Psychologie und Philosophie über die politische Dimension von Scham und die strukturellen Hintergründe sexualisierter Gewalt.

Livestream und Live-Übertragung

Aufgrund der großen Nachfrage ist eine Teilnahme in Präsenz leider nicht mehr möglich, es wird jedoch ein Livestream angeboten. Das Kulturzentrum Kukoon bietet in seinen Räumlichkeiten im Buntentorsteinweg 29 zudem eine Live-Übertragung an. Anmeldung und weitere Informationen unter: www.eveeno.com

Die Mitwirkenden

  • Claudia Bernhard – Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz des Landes Bremen
  • Dr. Monika Hauser – Fachärztin für Gynäkologie, feministische Aktivistin, Gründerin der Frauenrechtsorganisation „medica mondiale e. V.“, die sich seit über 30 Jahren gegen sexualisierte Kriegsgewalt einsetzt
  • Nora Kellner hat Politikwissenschaft und Soziologie studiert. 2023 veröffentlichte sie Ihr Debüt „OpferMacht. Klartext reden über sexualisierte Gewalt“
  • Dr. Dipl.-Psych. Jonas Kneer – Psychologischer Psychotherapeut, Sexualtherapeut, tätig im Präventionsprojekt „I can change“ – ein diagnostisches und therapeutisches Angebot zur Prävention und Behandlung dysregulierter Sexualität
  • Laura Leupi arbeitet für verschiedene Theater und schreibt Prosa- und Performancetexte. Leupis Debüt „Das Alphabet der sexualisierten Gewalt“ wurde unter anderem mit dem 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2023 ausgezeichnet
  • Volker Mörchen – Soziologe und (Gestalt-) Sozio-Therapeut mit trauma-therapeutischem Schwerpunkt. Mitbegründer vom Bremer JungenBüro e.V.
  • Loraine Dabaly Rehm – Pädagogin, Pan-Afrikanistin, Aktivistin
  • Lilian Schwerdtner – Philosophin und Mitglied des Berliner Kollektivs „Actions against Rape Cultur“, Co-Produzentin des Podcasts „Not your Opfer“
  • Bettina Wilhelm – Landesfrauenbeauftragte von Bremen
  • Dr. Laura Wolters – Sozialwissenschaftlerin am Hamburger Institut für Sozialforschung. In ihrer Dissertation „Vom Antun und Erleiden“ arbeitete sie eine soziologische Perspektive auf gemeinschaftlich begangene sexuelle Gewalt aus
  • Sadaf Zahedi – afghanisch-deutsche Schriftstellerin, Aktivistin, Poetry-Slammerin und Gründerin des Vereins „Bildung ohne Bücher“

Begrüßt werden die Teilnehmenden von der Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft, Antje Grotheer.

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