Der Bremische Erfindungsgeist dürfte durchaus offensiver werden

Als kleinster Stadtstaat Deutschlands wird sicherlich kaum jemand erwarten, dass Bremen zu den zahlenmäßig führenden Regionen im Bereich der Erfindungen gehört. Allerdings ist die Hansestadt insbesondere mit ihren Wissenschafts-Clustern ebenso wie mit dem privaten Erfindungsgeist auf dem Vormarsch.

So wurden dem Land Bremen nach Angaben des Deutschen Patent- und Markenamtes im Jahr 2024 immerhin 136 Patente zugerechnet. Im vorherigen Jahr summierte sich das auf lediglich 109 Patente. Eine leichte Tendenz nach oben ist demnach erkennbar. Wenig überraschend gibt es aber einen großen Abstand zum Spitzenreiter Baden-Württemberg mit 15.494 Patenten. Werden als Rechengröße die Erfindungen pro 100.000 Einwohner herangezogen, kommt das Land Bremen auf eine Zahl von 20 und platziert sich damit auf Platz 10 im Bundesländervergleich.

Dabei werden die meisten Erfindungen in Bremen in den Clustern Schiffbau, Messtechnik und elektronische Bauteile patentiert. Das liege laut Patent- und Markenzentrum Bremen beispielsweise an den Unternehmen Thermo Fisher und Bruker Daltonics, die Weltmarktführer in der Massenspektrometrie sind, sowie an Atlas Elektronik, die Erfindungen im Bereich Peilung und Navigation sowie zu Angriffs- oder Verteidigungsanordnungen auf Schiffen patentieren.

Verbleibt die Frage, weshalb andere bedeutende Wirtschafts- und Innovationszweige der Hansestadt wie etwa die Automobil- sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie in diesem Bereich nicht benannt werden. Dass es bei diesen auf visionäre Zukunft spezialisierten Unternehmen keine Erfindungen gibt, ist schließlich kaum vorstellbar. Grund dafür ist schlichtweg, dass die Zentralen sich nicht in Bremen befinden. Wird also etwa beim Bremer Mercedes-Werk eine patentierbare Innovation auf den Weg gebracht, wird die der Konzernzentrale in Stuttgart zugerechnet.

Zu gerne wüsste man vermutlich, woran die Bremer Erfinderinnen und Erfinder aktuell tüfteln. Leicht nachvollziehbar ist allerdings, dass das bis zur Patentreife in der Regel geheim bleibt. Das Interessante in dem Zusammenhang: Patente werden vom Patentamt erst nach eineinhalb Jahren veröffentlicht. Diese Praxis könnte durchaus juristische Schwierigkeiten befeuern, zumal der „Copyshop“ erst zeitverzögert über die eigentlichen Rechtsverhältnisse informiert wird.

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