DAK-Pflegereport: Bremen erwartet Kipppunkt in der pflegerischen Versorge bereits im Jahr 2029
Laut Pflegereport der Krankenkasse DAK Gesundheit steht die pflegerische Versorgung in Bremen vor einem Kipppunkt: Demnach soll schon im Jahr 2029 der Pflegenachwuchs die altersbedingten Berufsaustritte nicht mehr auffangen können.
Für den aktuellen Landespflegereport der DAK-Gesundheit, haben Wissenschaftler vom Institut AGP Sozialforschung (Freiburg) unter der Leitung von Professor Thomas Klie die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf das Pflegesystem in Bremen untersucht.
Dem Report zufolge schmilzt in Bremen die Arbeitsmarktreserve in der beruflichen Pflege rasch ab: Bereits ab 2026 liegt die Prognose bei knapp 190 Renteneintritten, denen gut 300 Berufseinsteigende gegenüberstehen – das entspricht einer Arbeitsmarktreserve von 1,0 Prozent.
In den Folgejahren werde die bereits äußerst dünne Personaldecke weiter halbiert, bis im Jahr 2029 dann der Kipp-Punkt erreicht sei: So gehen die Autoren des Reports davon aus, dass in besagtem Jahr die Zahl der Berufseinsteiger (knapp 300) das ausscheidende Personal (mehr als 300) nicht mehr decken kann.
Kein Puffer gegen die berufsdemografischen Dynamiken
Laut DAK-Landeschef Michael-Niklas Rühe strapazieren steigende Kosten, immer mehr Pflegebedürftige und beständig abnehmende Personalressourcen bereits jetzt das System. Zukünftig werde die Personalproblematik zusätzlich durch Effekte der Baby-Boomer-Generation verschärft.
„In Bremen und Bremerhaven steht die Pflege auf der Kippe. Trotz anderslautender Versprechen sehen wir keine Entlastung für die Pflegenden und keine Reserven für den demografischen Wandel“, so der DAK-Landeschef. Er fordert deshalb eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung.
Pflegeexperte und Studienleiter Prof. Klie betont: „Wir haben trotz guter Ausbildungszahlen keinen Puffer gegen die berufsdemografischen Dynamiken in der Pflege. Ein Ausbau der Personalkapazitäten werde hier demografiebedingt nicht gelingen.
„Mithilfe von Wiedereinsteigerprogrammen, Zuwanderung und Qualifizierungsstrategien lassen sie sich bestenfalls stabil halten“, so Prof. Klie.
Symbolbild: AdobeStock /godfather-scaled











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