Countdown läuft: Soziale Plattenbörse in Scheessel startet am Freitag mit mehr als 10.000 Vinyl-Scheiben – auch Pilger aus Bremen erwartet

Die Initiatoren der sozialen Plattenbörse haben sich mächtig ins Zeug gelegt und in einer sagenhaften Spendenaktion mehr als 10.000 Schallplatten unterschiedlichster Genres eingesammelt. Nachdem die Vinyl-Scheiben gesichtet, sortiert waren und ihnen ein Preisschild verliehen wurde, fällt am Freitag, den 23. Mai 2025, um 11:00 Uhr der Startschuss für den Verkauf im Autohaus Holst am Vareler Weg in Scheeßel. Der Erlös kommt ausschließlich sozialen Zwecken zugute. Angesichts der außergewöhnlichen Schätze der Musikgeschichte erwarten die Initiatoren einen Interessentenansturm aus dem ganzen norddeutschen Raum.

Voll im Trend der Zeit haben die Organisatoren und Initiatoren der sozialen Plattenbörse in den vergangenen Monaten einen Fundus vom mehr als 10.000 Schallplatten einsammeln können. Vinyl ist am Kommen und erlebt derzeit eine Wiedergeburt bei audiophil Interessierten als auch musikalischen Nostalgikern. Das besondere Knistern sorgt und die nicht komprimierte Klangauflösung sorgen noch immer für das besondere Hörerlebnis. Inzwischen haben die ehrenamtlichen Helfer seit dem Start im letzten Jahr tausende Stunden in das Projekt gesteckt. Am Freitag, den 23. Mai 2025, geht es endlich los. Der Countdown läuft. Und wie die Bilder zeigen, wird für jeden Musikgeschmack etwas zu finden sein.

Co-Organisator Detlev Kaldinski: Reichlich Klassik-Tonträger vorhanden

 

Von LPs und Sammlungen bis zu Singles alles mit dabei

Schallplatten von echten Helden der Musik, Rock- und Punkgeschichte

 

Ganz nebenher haben die Organisatoren auch noch eine durchaus beeindruckende Geschichte im Gepäck: „Luffy“ Lüdemann berichtet davon, dass sich in einer gespendeten Schallplattenbox mit Beethoven-Repertoire – gespielt vom renommierten Pianisten Friedrich Gulda – nicht nur das Erwartete in gutem Zustand mitsamt Booklet und LPs befand, stattdessen ein weiterer Schatz, nämlich zwei druckfrische 500-Euro Scheine sowie mehrere Sparbücher mit nicht unerheblichen Beträgen.

Außergewöhnliche Schätze über Vinyl hinaus entdeckt – Initiator „Luffy“ Lüdemann

 

Lüdemanns Notizen und die Daten aus den Sparbüchern halfen den Plattensammlern weiter. Die Beethoven-Box stammte aus der Spende einer Hamburgerin, die Lüdemann und Bobby Meyer zahlreiche Klassikplatten überlassen hatte. Diese hatte das Geld und die Sparbücher offensichtlich in der Plattenbox versteckt. Kurz darauf bekam die Verliererin unerwarteten Besuch: Bernd „Bobby“ Meyer stand vor der Tür, in der Hand die Beethoven-Box. Die Hamburgerin, die nicht genannt werden möchte, freute sich über die Rückgabe von Geld und Sparbüchern. Die Beethoven-Box gab sie natürlich wieder mit. Die kann ab Freitag für kleines Geld erworben werden. Nun allerdings ohne Extra-Schatz.

Wenn ehrliche Finder an die Tür klopfen – Bernd „Bobby“ Meier – Ehrlichkeit währt am längsten

Vor einigen Monaten wurden die Scheeßeler Plattensammler bereits einmal fündig: „In einer LP fanden wir ein flaches Portemonnaie mit 1.300 DM“, berichtet Lüdemann. Auch hier konnte das Geld zurückgegeben werden. Es gibt allerdings auch Schätze, die der sozialen Plattenbörse und damit Bildungsprojekten für Kinder und Jugendliche zugutekommen werden. So fand sich darunter etwa eine LP von Hugo Moolenaar im Wert von über 600 Euro, die von 275 potenziellen Käufern gesucht wird.

Die Initiatoren sind gespannt, welche Resonanz ihre Aktionen haben wird und wieviele Vinyl-Fans sich schlussendlich auf den Pilgerpfad nach Scheessel begeben werden. In ihrer Größe, Zielsetzung und Ausrichtung ist das Projekt in Scheessel und im Raum zwischen Bremen und Hamburg bislang einzigartig.

Von links: Reinhard Lüdemann (KIS), Birgit Ricke (Heimatverein), Karsten Lüdemann (GVS), Christine Götze (KIS), Matthias Loeber (Heimatmuseum), Bobby Meyer (KIS) und Rainer Bassen (Sparkasse)

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