Breminale am Mittwoch bei idealem Wetter gestartet: Bremer Osterdeich wieder in Ausnahmestimmung
Dass die Breminale unter optimalen Wetterbedingungen startet, war in den vergangenen Jahren beileibe keine Selbstverständlichkeit. Am gestrigen Mittwoch konnte das Event am Osterdeich sich hingegen dieses Attribut auf die feierfreudige Visitenkarte schreiben. Nach letzten Vorbereitung ging es in die Ausgabe 2025, die wie im vergangenen Jahr kleiner als zuvor ausfällt, zumal die Organisatoren auf der einen Seite unter Kostendruck stehen, andererseits die Einnahmen zunehmend geringer ausfallen.
Tausende Festival-Pilger will das kostenlose Open-Air auch in diesem Jahr mit Musik, Kunst und Kultur an die Weser locken. Erwartet und von den Veranstaltern, Bands und Caterern erhofft werden an den insgesamt fünt Tagen von Mittwoch bis zum Finale am Sonntag bis zu 200.000 Besucher. Ein Anfang wurde mit dem Startschuss am Mittwoch gemacht. Das Gelände war gut gefüllt. Dennoch ließ sich Eindruck nicht vollkommen beiseite schieben, dass die Atmosphäre mit der aus den besten Jahren nicht ganz mithalten konnte.
Das angebotene Rahmenprogramm ist bewusst vielseitig und vielfältig konzipiert, was mit dem kulinarischen Konzept beginnt und mit dem Riesenrad noch lange nicht endet. Wer sich in die Gondeln setzt, genießt den Ausblick auf den Weserdeich, die Weser und die andere Weserseite auf ganz besonderer Perspektive. Das Angebot wird zumindest mittelmäßig genutzt, die Auslastung könnte durchaus besser sein.
Um einigermaßen kostendeckend arbeiten zu können, setzen die Veranstalter insbesondere auf die Caterer, die den Hauptteil der Einnahmen bringen sollen. Tatsächlich aber ist es auch beim diesjährigen Event so, dass viele Gäste sich mit ihren mitgebrachten Getränken auf den Wiesen am Osterdeich aufhalten. So kommt ebenso das Konzept der glasfreien Getränkebecher und Co. teils an seine Grenzen. Oder um es anders auszudrücken: Rund um das Festival selbst herrscht Normalbetrieb mit musikalischer Beschallung.
Auf den Bühnen wird es über die Festivaltage hinweg einen musikalischen Rundschlag unterschiedlichster Genres geben, wobei es die ganz großen Acts im Lineup – wie berichtet – aus Kostengründen nicht geben wird. Der Mittwoch startete mit Acts wie mit der Punk-Band Teddies Kneipe, die bereits 2022 erstmals auf der Breminale auftraten, Black Sea Dahu (Folk) und AWA KHIWE, Rapperin aus Makokoba, dem ältesten Township von Simbabwe, in deren Texten es unter anderem um Gewalt gegen Frauen und ungewollte Schwangerschaften geht, wobei sie neben Englisch auch die Klicklaute ihrer Landessprache einsetzt.
Das Wetter spielt bislang mit. Immerhin liegt darin eine der größten Hoffnungen der Veranstalter, die damit wie alljälhrlich auch einen Drahtseilakt zwischen Stimmung und Kosten eingehen. Die Breminale war in der Vergangenheit immer wieder Regenfällen und Überschwemmungen ausgesetzt. Gerade weil die Veranstaltung im innerstädtischen Bereich stattfindet, viele Gäste also einfach unkompliziert kommen als auch nach Hause gehen können, wird sich eben auch daran entscheiden, wie gut sie schlussendlich besucht wird. Tatsächlich könnte dieser kaum kalkulierbare Faktor dafür sorgen, dass die Rechnung schlussendlich doch aufgeht und in den nächsten Ausgaben der finanzielle Gürtel zumindest etwas weniger eng geschnallt werden müsste.





BremenNews - Jörn Petersen









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