Bremer Verein Belladonna verleiht zum 14. Mal seinen Gründerinnenpreis

Um die Leistungen von Frauen in der Existenzgründung ins gebührende Rampenlicht der Wirtschaft zu rücken, hat der Verein Belladonna – Kultur, Bildung und Wirtschaft für Frauen e. V. den Gründerinnenpreis ins Leben gerufen. Am 14. November wurde er vor rund 200 Gästen bereits zum 14. Mal verliehen. Glückliche Gewinnerin ist Jungunternehmerin Sabrina Bojazian mit ihrem Unternehmen „Gesund im Tabakquartier“.

Seit 1986 setzt sich der gemeinnützige Bremer Verein Belladonna dafür ein, die politische, gesellschaftliche und kulturelle Bildung von Frauen zu fördern.

Um die Existenzgründung von Frauen, ihre Leistungen und insbesondere ihre Biografien in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen, verleiht der Verein zudem seinen Gründerinnenpreis. Gleichzeitig soll er dazu beitragen ein gründerinnenfreundliche Klima in Bremen zu unterstützen und den Strukturwandel nach vorne zu bringen.

Am 14. November war es dann wieder soweit: Maike Frese, Staatsrätin bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation sowie Belladonna-Geschäftsführerin Maren Bock übergaben den nunmehr 14. Belladonna-Gründerinnenpreis in den Räumen der Bel Etage an die Gewinnerin. Und so richteten sich an diesem Abend alle Augen auf Jungunternehmerin Sabrina Bojazian.

Verliehen wurde der Gründerinnenpreis vor rund 200 Gästen in der Bel Etage. (Foto: Kerstin Rolfes)

„Gesund im Tabakquartier“

Sabrina Bojazian hat im Sommer 2021, also noch inmitten der Corona-Pandemie, das Unternehmen „Gesund im Tabakquartier“ – eine Praxis für Osteopathie und Naturheilkunde – etabliert. Seitdem konnte sie ihre Einnahmen verzehnfachen. Derzeit betreut die noch Solo-Selbstständige 655 Patienten.

Ihre Osteopathie-Behandlung legt einen Schwerpunkt auf die sogenannte Zone-technique, eine ganzheitliche Methode, bei der versucht wird, dem Körper, etwa durch das Lösen von Spannungen und Blockaden, die Chance zu geben, wieder zu seiner normalen, gesunden Funktionsweise zurückzukehren.

Beeindruckende Biografie

Nach ihrem Schulabschluss hegte die heute 45-Jährige den Wunsch Medizin zu studieren. Da ihre Eltern nach Deutschland migriert waren, über wenig Geld verfügten – für ein Medizinstudium können Kosten in Höhe von bis zu 200.000 Euro anfallen können – entschied sich Bojazian dazu, zunächst eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau im Innen- und Außendienst zu absolvieren.

Später folgte ein berufsbegleitendes BWL-Studium (2009). Zusätzlich ließ sie sich zur Osteopathin ausbilden. Den Abschluss erzielte sie 2021. Im gleichen Jahr gründete ie nicht nur ihr Unternehmen, sondern begann dann noch eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, die sie inzwischen ebenfalls erfolgreich abgeschlossen hat.

Bojazian, so die Jury des Gründerinnenpreises, stehe für lebenslanges Lernen und sei vielseitig talentiert.

Ehrenamtliches Engagement

Darüber hinaus ist Sabrina Bojazian Mutter von drei Mädchen (13, 8 und 6 Jahre) und engagiert sich ehrenamtlich. So ist sie nicht nur Vorsitzende in der Gemeindevertretung Arsten-Habenhausen, sondern bietet mit „Boxing Queens & Boxing Princesses“ auch ein Box-Training für Mädchen und Frauen an.

Herausforderungen innovativ angehen

Und auch mit Herausforderungen kennt sich Bojazian durchaus aus. Wie erwähnt fiel die Gründung ihres Unternehmens „Gesund im Tabakquartier“ in jene Zeit, als die Corona-Pandemie bei vielen zu Existenzsorgen führte. Doch wusste sie sich zu helfen und richtete ein Testzentrum mit 15 Mitarbeitern ein, um die schwierigen Monate zu überbrücken.

Bojazian freute sich nicht nur über die Würdigung ihrer Leistungen, sondern auch über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. (Foto: Kerstin Rolfes)

4 Gründerinnen kamen in die engste Auswahl

Doch auch zweit und drittplatzierten Kandidatinnen des diesjährigen Gründerinnenpreises sollen an dieser Stelle ins wohlverdiente Scheinwerferlicht gerückt werden. Auf den dritten Platz haben es Sarah Mehler und Lisa Rosemann geschafft.

Mehler ist nach ihrer handwerklichen Ausbildung zur Werbefotografin, seit Januar 2022 freiberuflich unterwegs. Einer ihrer Kunden ist der SV Werder Bremen. Zudem ist im Berufsverband Female Photo Club aktiv und lebt und arbeitet darüber hinaus auch für ein nachhaltiges Projekt in Nepal.

Rosemann, seit 2021 freiberufliche Keramikerin, hat ebenfalls eine fundierte handwerkliche Ausbildung sowie mehrere Praktika in ganz Europa absolviert. Nach einem Studiom der Malerei ist sie nun darauf spezialisiert mit Porzellan zu arbeiten.

Zweitfinalistin ist Alina Esken. Die Grafikerin & Illustratorin ist seit Oktober 2020 selbstständig. Ihren Firmensitz hat sie in der Plantage 9, Findorff und ist dadurch stark vernetzt.

Selbstbestimmtes Arbeiten sei ihr sehr wichtig, ebenfalls für wen sie arbeite. So habe sie auch schon Unternehmen aus ihrem Wertegefühl heraus eine Absage erteilt.  Dennoch konnte sie ihre Gewinne von 2020 bis 2023 mehr als verdreifachen.

Ohne Sponsoring nicht möglich

Während der Verleihung betonte Belladonna-Geschäftsführerin Maren Bock: „Wir wollen Vorbilder schaffen und Frauen ermutigen, eine Existenzgründung oder Unternehmensnachfolge zu wagen. Ich denke, ich spreche hier für alle Anwesenden.“

Dafür brauche es aber auch Förderungen, Finanzen, Qualifizierungen, Netzwerke, Beratungen u.v.m.

Auch die Verleihung des Preises sei ohne Sponsoren und Sponsorinnen nicht möglich gewesen.

Die Sponsoren im Überblick:

  • Sparkasse Bremen
  • Starthaus Bremen/Bremerhaven
  • cambio StadtAuto Bremen CarSharing GmbH
  • Druckerei Geffken & Köllner GmbH
  • MIX-Verlags-GmbH
  • Niekerke Malermeister GmbH
  • Steuerberaterin & Fachberaterin für Internationales Steuerrecht, Margarete Thielhelm,
  • versicherungs- und finanzkontor Sandy Wolff
  • Serviceclub Zonta

Bild ganz oben: Preisträgerin Sabrina Bojazian (Mitte) mit Belladonna-Geschäftsführerin Maren Bock (l.) und Staatsrätin Maike Frese (r.).

Foto: Kerstin Rolfes

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