Bremer Spediteure trotzen einer schwierigen Großwetterlage
Die Bremer Speditions- und Logistikbranche ist überwiegend international tätig. Als Logistikspezialisten mit jahrzehntelanger Erfahrung, ausgesprochener Expertise und weltweiten Verbindungen sorgen sie für eine reibungslose Abwicklung der Export- und Importgeschäfte von deutschen und europäischen Industrie- und Handelsunternehmen. Da wundert es wenig, dass die Branche unter den derzeitigen geopolitischen Verhältnissen Geschäftseinbußen hinnehmen muss.
Allein 20 Prozent ging das Geschäft im Verkehr mit den USA zurück, seit die USA vor einem Jahr begannen, ihre Geschäftspartner mit Strafzöllen zu überziehen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der Branchenverband, der Verein Bremer Spediteure, unter seinen 150 Mitgliedsunternehmen durchgeführt hat. Einige Strafzölle, zum Beispiel auf Stahlerzeugnisse, machen Exporte in die USA nahezu unmöglich. Trotz der neu geschlossenen Handelsabkommen, vom US-Präsidenten „Deals“ genannt, bleibt die Unsicherheit im Markt groß. „Unsicherheit ist Gift für die Märkte.“ betont Thorsten Dornia, Vorsitzender des Vereins Bremer Spediteure. Spediteure spürten die großen Unsicherheiten in Industrie und Handel, neue Auslandsgeschäfte abzuschließen.
Da mutet es fast wie ein Wunder an, dass das Exportgeschäft der Bremer Spediteure insgesamt im vergangenen Jahr lediglich um ein halbes Prozent abgenommen hat. Der Import nimmt sogar weiter zu, im vergangenen Jahr um fast sechs Prozent, in diesem Jahr sogar um sieben Prozent, wenn alles gut läuft. Aber geopolitische Verwerfungen beeinträchtigen das Geschäft der internationalen Branche.
Derzeit läuft es nicht gut. Der Kosten- und Margendruck ist hoch. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Iran und in Nahost mit der Sperrung der Straße von Hormus sorgen für extreme Aufschläge bei den Seefrachten und Verteuerungen der Landtransporte. Standorte in den arabischen Staaten haben sich im letzten Jahrzehnt als Logistikdrehscheiben etabliert. Sie haben diese Funktion zumindest für die Zeit des Krieges verloren. Logistikketten müssen neu gestrickt werden. Wie sich die hohen Ölpreise und Konflikte auf den weltweiten Handel auswirken werden, ist derzeit nur schwer vorherzusagen. Dornia hofft, dass die Weltgemeinschaft schnell oder zumindest auf absehbare Zeit „zu einer friedlichen Ordnung zurückfindet, die einen beständigen internationalen Handel zum Wohle aller Schwellen- und Industrieländer“ zulasse.
Zwei Drittel der Speditionsunternehmen konnten im vergangenen Jahr gute oder zumindest zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Ein Drittel der Unternehmen war nicht zufrieden. Für dieses Jahr erwarten fast 50 Prozent der Unternehmen sinkende Jahresergebnisse.
Der fallende US-Dollarkurs bereitet den Spediteuren ebenfalls Sorgen. Ihre Auslagen in US-Dollar können sie oft nur mit Verzögerung an ihre Kunden weiterberechnen und erleiden dann bei weiter fallenden Kursen Verluste.
Erfreulich bleibt: Trotz der durchwachsenen Bilanzen halten die Bremer Spediteure an ihrem Personal fest. Dornia kommentiert: „Wir können von einem stabilen Arbeitsmarkt in der Spedition ausgehen. Gelernte Speditionskaufleute werden immer gute Beschäftigungsmöglichkeiten finden.“
Auch in den Ausbildungsanstrengungen lassen die Spediteure nicht nach. Für den Ausbildungsbeginn im August 2026 werden noch händeringend Auszubildende gesucht. 50 Prozent der Ausbildungsbetriebe befürchten, nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzten zu können. Jeder dritte Ausbildungsplatz wird wohl unbesetzt bleiben. Dabei ist der Beruf des Speditionskaufmanns / der Speditionskauffrau nach wie vor der beliebteste kaufmännische Ausbildungsberuf nach der nicht branchenspezifischen Ausbildung zu Bürokaufleuten.
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((Beitragsbild oben: Symbolbild | In den über 150 Mitgliedsunternehmen des Branchenverbandes Bremer Spediteure werden rund 4000 kaufmännische Mitarbeiter beschäftigt.))




Verein Bremer Spediteure e.V.

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