Bremen schiebt Taschendieb nach Moldau ab

Er war fast täglich in Bussen und Straßenbahnen der BSAG unterwegs und hat dort über Monate hinweg Taschen und Rucksäcke geleert; bei der Polizei galt er als Intensivtäter. Nun hat die Zentralstelle Rückführungen der Innenbehörde den 34-jährigen Moldauer in sein Heimatland abgeschoben.

Ausreisen musste er nicht wegen der Diebstähle allein, sondern weil er kein Recht hatte, in Deutschland zu bleiben: In den Systemen der Polizei standen zuletzt neun offene Aufenthaltsermittlungen. Eine Ausreiseverfügung lag vor, ein Passdokument ebenfalls. Dazu Innensenatorin Dr. Eva Högl: „Dieser Mann hat Menschen bestohlen, die auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause waren. Das ist gemein, und viele haben sich danach in der Bahn nicht mehr wohlgefühlt. Jetzt ist er weg. Dahinter steckt Fleißarbeit: Die Polizei hat jede einzelne Tat sauber aufgearbeitet, unsere Zentralstelle Rückführungen hat den Rest erledigt.“

Schaler Beigeschmack

Der Schutz der Fahrgäste endet damit nicht: Regelmäßig sind Polizei, BSAG und der Weisse Ring gemeinsam in den Fahrzeugen unterwegs und sprechen die Fahrgäste direkt an. Allerdings bleibt angesichts der überbordenden Straßenkriminalität mit Messer-Gewalt ein schaler Beigeschmack, wenn sich die Politik für eine einzelne Abschiebung eines Taschendiebs auf die Schulter klopft.

 

 

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