Bremen gründet Pilotgesellschaft für Bildungsbau
Der Bremer Senat hat am 22. Oktober 2024 die Gründung einer Pilotgesellschaft für Bildungsbau beschlossen, um den wachsenden Bedarf an Kitas, Schulen und Sporthallen zu decken. Angesichts der steigenden Kinderzahlen und des hohen Sanierungsbedarfs der bestehenden Gebäude sollen in einem ersten Schritt sechs drängende Bauprojekte schnellstmöglich umgesetzt werden.
Bürgermeister Andreas Bovenschulte unterstreicht die Notwendigkeit für mehr Tempo beim Schul- und Kita-Bau und auch Finanzsenator Björn Fecker bezeichnet die Gründung als Meilenstein, der schnelle und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse ermöglichen soll. Bildungssenatorin Sascha Karolin Aulepp begrüßt ebenfalls die Initiative und weist auf die dringende Notwendigkeit hin, alle Kinder in Bremen verlässlich betreuen zu können.
Die neue Pilotgesellschaft, die für alle Baumaßnahmen, Instandhaltungen und die Bewirtschaftung der Immobilien verantwortlich sein wird, wird als GmbH & Co. KG organisiert und soll mit einem Eigenkapital von 300 Millionen Euro ausgestattet werden. Die Stadt Bremen hält dabei 100 Prozent der Anteile. Refinanziert wird das Ganze durch die kostendeckende Vermietung an die Stadt.
Die ersten Baumaßnahmen sollen ab 2026 fertiggestellt werden. Zudem wird damit gerechnet, dass bis 2028 zusätzliche Mittel für weitere Projekte generiert werden können. Die Pilotgesellschaft wird direkt beim Senator für Finanzen angesiedelt und soll dazu beitragen, neues Vermögen für die Stadtgemeinde zu schaffen. Als Gesellschafterin hat die Stadt Einfluss auf wichtige Entscheidungen und kann flexibler auf die Bedürfnisse im Kita-, Schul- und Sporthallenbetrieb reagieren.
Sechs Pilotprojekte im Fokus
Die Pilotgesellschaft plant die zügige Umsetzung der folgenden Bauvorhaben:
- Neubau einer vierzügigen Oberschule im Kämmerei-Quartier (Blumenthal)
- Ersatzneubau der Grundschule Fährer Flur (Vegesack)
- Neubau des Campus Sodenmatt mit einer dreizügigen Grundschule, Sporthalle und Kita (Huchting)
- Campus Hulsberg mit einer Erweiterung der Grundschule Stader Straße und der Oberschule Schaumburger Straße nebst Sporthalle, Ersatzbau für das Kinder- und Familienzentrum Betty-Gleim-Haus sowie Sanierung und Umbau eines Bestandgebäudes für das Kinder- und Familienzentrum Humboldtstraße (Östliche Vorstadt)
- Neubau des Campus Osterholz mit einer dreizügigen Grundschule, vierzügigen Oberschule und Sporthalle (Osterholz)
- Ersatzneubau der Grundschule am Alten Postweg mit Kita und Sporthalle (Hemelingen)
Reformprozess und Zukunftsausblick
Die Pilotgesellschaft wird wertvolle Erfahrungen sammeln, um Entscheidungsprozesse und Bauabläufe künftig zu optimieren. Durch die privatwirtschaftliche Organisation sollen Abstimmungszeiten verkürzt und zusätzliche Bremer Baustandards bei Kita- und Schulbauten gesenkt werden. Darüber hinaus werden bestehende Regelungen im Vergaberecht und im Haushaltsrecht angepasst, um den Bildungsbau in Bremen schneller und kosteneffizienter voranzubringen.
Symbolbild oben: AdobeStock / Robert-Kneschke




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