Bremen erwacht und hat schon eine Menge geschafft – Überseestadt ist geradezu rasant gewachsen
Ein herrlicher Tag neigt sich in Bremen dem Ende. Bei Temperaturen um die 18 – 20 Grad war nicht nur Passanten und Spaziergängern die entspannte Laune anzumerken. Auch viele andere hatten eindeutig ihren Spaß. Die Hansestadt erwacht nach längerer düsterer Zeit, in der auch die niedrigen Temperaturen den Winter-Blues recht lange dauern ließen. Und plötzlich zeigt sich im Sonnenschein auch, was die Bremer bei vergleichsweise kurzer Planungs- und Bauzeit in den letzten Jahren bereits geschafft haben. Mag sein, es ist doch alles nicht so schlecht, wie gerne mal behauptet und genörgelt wird.
Im Sommer 2018 begann die Planung der Umgestaltung des Areals südlich des Europahafens. Der Hafenteil wurde damals zugeschüttet, zumal er nicht mehr zeitgemäß war. Die Containerschifffahrt hatte sich etabliert. Dem erforderlichen Tiefgang konnte der Hafenteil nicht mehr entsprechen. Die einstige Stückgut-Verladung wurde massiv zurückgefahren.
Es sollte bis zur Millenniumswende dauern, bis der Bremer Senat die „Entwicklungskonzeption zur Umstrukturierung der Alten Hafenreviere in Bremen“ beschloss. Tatsächlich stand mit dem kompletten Umbau der Region, die schlussendlich Überseestadt heißen sollte, ein Mammutprojekt an, das seitens der Stadt nur unter Beteilung starker Investoren und Bauunternehmen in Angriff genommen und geschultert werden konnte.
Innerhalb kürzester Zeit wurden die alten Schuppen umgebaut. Neue Gebäude entstanden. Unterschiedlichste renommierte Unternehmen, Startups, Hotels, Gastronomie oder das Varieté-Theater GOP wurden hier angesiedelt. Zugleich entstanden zahlreiche Wohnungen in oftmals erster Linie zur Weser. Selbstverständlich gab es Probleme, beispielsweise hinsichtlich der Infrastruktur. Andernfalls wäre es vermutlich das weltweit erste Großprojekt gewesen, bei dem keine aufgetreten wären.
Doch wenn man heutzutage bei gutem Wetter hinsieht, verbleibt gerade bei denjenigen, die das Hafengebiet noch aus den 60er und 70er Jahren kannten, der unausweichliche Eindruck: Hier ist eine Menge geschehen. Zweifellos gibt es auch künftig eine Menge Unstimmigkeiten zu bewältigen. So beispielsweise sollten die Verkehrsplaner dringend darauf achten, dass die wirtschaftsorientierten Unternehmen sich nicht aufgrund der oftmals unmöglichen Erreichbarkeit wieder verabschieden und es in der Folge zu kostspieligen Leerständen kommt.
Die Vorzeigeprojekte Bremens wie die Überseestadt oder das Tabak-Quartier sollten dringend ihren zukunftsweisenden Charakter behalten. Dafür müssen sicherlich noch einige Steine umgedreht und etliche Baufeststellungsverfahren zügiger entschieden werden. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Skyline der Überseestadt bereits jetzt eindrucksvoll und immanenter Teil der notwendigen Wende Bremens ist. Bei allen unbezweifelbar vorhandenen Schwierigkeiten in Land und Stadt Bremen darf das durchaus auch mal anerkannt werden. Die Sonne tut ihr Übriges. Und so mancher ist imstande, die Symbiose aus Natur, Weser-Romantik und innovativer Architektur unbeschwert zu genießen.








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