Bremen als Vorreiter bei digitaler Baugenehmigung

Seit dem 1. Juli 2026 werden Bauanträge in der Stadtgemeinde Bremen ausschließlich digital gestellt, bearbeitet und beschieden. Wie das im Alltag funktioniert und was andere Länder davon übernehmen können, hat Senatorin Özlem Ünsal gestern dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen vorgestellt. 

Das Bremer Projektteam zeigte in einer Live-Vorführung, wie Entwurfsverfasser einen Bauantrag digital einreichen. Im digitalen Vorgangsraum arbeiten anschließend alle Beteiligten durchgängig an einem Vorgang: Wer den Antrag stellt, wer plant und wer in der Verwaltung genehmigt. Bremen bietet an, seine Erfahrungen mit anderen Ländern zu teilen, bilateral und in der Bauministerkonferenz. Übertragbar seien die Rechtsgrundlagen und Schnittstellen, vor allem aber die Erfahrung, wie man Antragstellende und Kammern mitnimmt.

Vorbild für ganz Deutschland

Staatssekretär Dr. Olaf Joachim war beeindruckt: „Die Stadt Bremen hat bei der Einführung digitaler Baugenehmigungen bundesweit eine besondere Vorreiterrolle eingenommen und damit einen wichtigen Schritt hin zu schnelleren und einfacheren Verfahren gemacht. Der heutige Austausch hat wertvolle Erkenntnisse gebracht, von denen auch andere Bundesländer mit Blick auf ihre digitale Transformation profitieren können. Das Bremer Modell kann dabei Vorbild für ganz Deutschland sein. Umso mehr begrüße ich die Bereitschaft Bremens, eigene Erfahrungen zu teilen, um dazu beizutragen, bürokratische Hürden im Bauwesen bundesweit abzubauen. Vielen Dank für dieses besondere Engagement.“

Einer für alle

Bereits seit Juni 2025 konnten Bauanträge in Bremen wahlweise digital oder auf Papier eingereicht werden. Im Mai 2026, also noch deutlich vor der Pflicht, wurden dann schon rund 80 Prozent der Anträge in den Hauptverfahren digital gestellt. Bislang sind mehr als 1.300 Vorgänge über den Onlinedienst eingegangen. Bremen nutzt dafür die von Mecklenburg-Vorpommern entwickelte Einer-für-Alle-Leistung „Digitale Baugenehmigung“. Das Prinzip: Ein Land entwickelt, der Bund unterstützt, alle können es nutzen. Der Dienst ist inzwischen in 14 Bundesländern verfügbar und in mehr als 340 Behörden produktiv im Einsatz. Bundesweit wurden darüber bereits mehr als 120.000 Anträge eingereicht.

Bildquelle: Fotolia

 

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