Boulevard Comedy Show die Zweite: Von zündenden Gagsalven bis zum Lachflash im Boulevardtheater Bremen

„Liebe Comedy-Freunde, lacht mal wieder“ begann der Einspieler zur Eröffnung der zweiten Boulevard Comedy Show am 09. April 2026 im Boulevardtheater Bremen. Auch wer wie die vielen angereisten Delmenhorster schon mehrere der Shows erlebt hatte, wusste in diesem Moment noch nicht, wie sehr das Intro zum selbsterfüllenden Statement des Abends werden sollte. Die Veranstalter Christoph und Michaela Becker hatten ihr Format erneut ins Theater im Bremer Tabakquartier exportiert. Beim Finale waren sich alle einig: Es war ein Abend voller Überraschungen, schräger Typen und pointierter Dialoge mit Haltung, Herz und Humor.

Kultmoderator Markus Weise wurde mit tosendem Applaus begrüßt. Bekannt nicht nur für seine dynamischen Sprüche und die mitreißende Moderation, sondern auch für seine schrillen Outfits, präsentierte er sich diesmal in einem farbenfrohen, mit Tulpen bedruckten Anzug. Oder wie einer der Zuschauer die Kombination aus floraler Attitude mit teils freundlich bissigen Sprüchen später kommentierte: „Markus Weise: zwischen Frühjahrsblüten-Deko und Stromberg-Abteilungsleiter.“

Nachdem Weise sich mit professioneller Spontaneität ausgiebig durchs Publikum gewühlt und zahlreiche Bekanntschaften geschlossen hatte, kündigte er an: „Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut und wieder drei tolle Comdians für euch besorgt. Vielleicht sogar vier. Man weiß es noch nicht so genau.“ Das war keinesfalls zu hoch ins vollmundige Regal gegriffen. Denn die Protagonisten des Abends glänzten tatsächlich auf höchstem Niveau.

Markus Weise: zwischen Frühjahrsblüten-Deko und Stromberg-Abteilungsleiter

Markus Weise: zwischen Frühjahrsblüten-Deko und Stromberg-Abteilungsleiter

Marcel Kösling: „Ich bin lieber der Erste als das Letzte.“

Marcel Kösling ist nichts Geringeres als die Allzweckwaffe der deutschen Kleinkunstszene. Mit seinem unverwechselbaren Humor, charmanten Geschichten und magischen Überraschungen bringt er das Publikum zum Nachdenken, Lachen und Staunen. Ausgezeichnet mit zehn Kleinkunstpreisen, tourt er unentwegt durch den gesamten deutschsprachigen Raum. Erst kürzlich gastierte er mehr als zwei Monate lang als charismatischer Moderator und Hauptdarsteller der Show „Streng geheim!“ im GOP Bremen. Und so war er im wahrsten Sinne des Wortes bestens eingespielt, als er die Bühne des Boulevardtheaters als Erster enterte: „Ich bin lieber der Erste als das Letzte.“

 

Marcel Kösling ist nichts Geringeres als die Allzweckwaffe der deutschen Kleinkunstszene.

Marcel Kösling ist nichts Geringeres als die Allzweckwaffe der deutschen Kleinkunstszene.

Als komödiantischer Zauberer wollte er dem Publikum einen Klassiker der Magie servieren und ließ den Gästen die freie Auswahl. Natürlich fiel die auf die „zersägte Jungfrau“. Das hatte er sich schon gedacht. Doch der Publikumswunsch ließ sich wegen „Materialproblemen“ nicht realisieren: „Trotz intensiver Suche habe ich leider in ganz Woltmershausen keine Säge gefunden.“ Also führte Marcel stattdessen einen Seiltrick vor und erntete dafür den berechtigten Applaus, den er in seiner gewohnt galanten Art auch kommentierte: „Wir Künstler hören das Geräusch, das Sie gerade gemacht haben, besonders gern. Es heißt ja, Applaus ist das Brot des Künstlers. Völliger Quatsch, ich hab‘ immer das Geld genommen.“

"Völliger Quatsch, ich hab' immer das Geld genommen."

„Völliger Quatsch, ich hab‘ immer das Geld genommen.“

Tim Becker: „Na, versuchste jetzt zu improvisieren?“

Bei Tim Becker ist man sich nie ganz sicher: Spielt er mit Puppen oder spielen die Puppen mit ihm? Legt seine schräge Puppencrew los, wird kein Blatt vor den Mund genommen. Mit dabei waren auch im Boulevardtheater sein sprechender Donut, sein schlecht gelaunter Aggro-Hase und die Berliner Punkratte Konstantin. Und die waren allesamt lustig, bissig und so gar nicht brav. Der kleine braune Donut schaute zunächst etwas schüchtern aus seiner großen Verpackung. In jedem Besucher im Boulevardtheater sah er einen potenziellen Fressfeind. Sich selbst setzte er mit zahlreichen Wortspielen in Szene nahm verschiedene Charaktere ein. Eigentlich sei er ja mit diversen Pseudonymen auf der ganzen Welt zu finden. Etwa als Donut Trump: „außen fettig, innen hohl“. Der Aggro-Hase wiederum tat das, was er immer tut, und brüllte erstmal ein überzeugtes „Schnauze“ ins Auditorium.
Geradzu schüchtern blickte der sprechende Donut aus seiner Verpackung.

Geradzu schüchtern blickte der sprechende Donut aus seiner Verpackung.

Der eigentliche Zwechfellangriff aber passierte, als der Bauchredner selbst einen Gag versemmelte und daraufhin einen förmlichen Lachflash erlebte. Vor Lachen konnte er selbst nicht mehr reden und fing immer wieder an zu prusten. Und das bei einem der permanent zwischen mindestens zwei Stimmen wechselt. Irgendwie versuchte er, sich improvisierend aus der Situation zu retten, und wurde dabei sogar noch von seiner eigenen Bauchrednerpuppe verhöhnt. „Na, versuchste jetzt zu improvisieren?“ Nächster Hänger. Diese spontane und mehr als menschliche Situation war dermaßen ansteckend, dass sich alle Anwesenden im Saal kaum noch einkriegen konnten und sich die Augen rieben. Besonders wirkungsvoll ist eben oftmals das Ungeplante. Und da musst du auch als Profi irgendwie durch. Doch dann kriegte er die Kurve und nahm das Publikum mit auf eine wilde Reise zwischen Puppenspiel, Comedy und Lebensfragen.

Tim Becker wurde von der eigenen Bauchrednerpuppe verhöhnt.

Tim Becker wurde von der eigenen Bauchrednerpuppe verhöhnt.

Thorsten Bär: „Am Tor zur Welt haben wir jetzt ein Zahlenschloss.“

Er ist Gewinner des RTL Comedy Grand Prix und tourt seit etlichen Jahren mit typisch norddeutscher Facette. Um von Hamburg nach Bremen zu kommen, hatte Thorsten Bär etliche Stunden auf der Autobahn verbracht. Zu den Gemeinsamkeiten der beiden Hansestädte: „Ich hatte eine extrem lange Anreise. Ich bin um 13:00 Uhr losgefahren, damit ich um 18:00 Uhr hier bin. Die Brücke, die bei euch immer gesperrt ist, und der Elbtunnel, das ist doch derselbe Architekt, oder?“ Hamburg wolle sich sogar um die Olympischen Spiele bewerben. „Sollen sie die ganzen Athleten dann mit dem Heißluftballon abwerfen?“ Bei diesem Thema ließ er nicht locker. „Es heißt ja immer, Hamburg ist das Tor zur Welt und Bremen hat den Schlüssel dazu, aber wir haben ja jetzt ein Zahlenschloss.“
Thorsten Bär: "Sollen sie die ganzen Athleten dann mit dem Heißluftballon abwerfen?"

Thorsten Bär: „Sollen sie die ganzen Athleten dann mit dem Heißluftballon abwerfen?“

Thorsten Bär ist bekennender HSV-Fan, ganz dünnes Eis in Bremen. Dabei zelebrierte und sezierte er die unterschiedlichen regionalen Mentalitäten, nicht nur die des Nordens. Bis zur Kenntlichkeit entstellt führte Bär vor, wie gelassen und wortkarg die Nordlichter reagieren. Und auch die Gegensätzlichkeiten in Restaurants und Kneipen zwischen Hamburg und Köln nahm er aufs Korn: Im Norden geht das so: „Darf ich mich dazu setzen?“ – „Nö.“ Dass das in Köln ganz anders aussieht, führte Bär mit einem wahren Wortgewitter vor, dass auf einen einprasselt, wenn man von einem Einheimischen erblickt wird. In der zweiten Runde kam er dann mit seiner Identität als Kreisliga-Trainer Uwe mit Malle-Faktor wieder. Das war dann der „vierte Comedian“, von dem Markus Weise verklausuliert gesprochen hatte. Er animierte die Gäste mit absoluter „Ballermann-Ästhetik“.
Thorsten Bär in der Identität als Fußballtrainer mit Malle-Faktor

Thorsten Bär in der Identität als Fußballtrainer mit Malle-Faktor

Kommentare mit dem Potenzial zur eigenen Show

Kurz vor der Halbzeit wurde wieder das obligate Gewinnspiel gestartet, bei dem das Live-Video direkt online gestellt wird und die anwesenden User mit kurzen Kommentaren Aussicht auf Preise – in diesem Fall Freikarten für den Delmenhorster Comedy Club als auch für das Boulevardtheater hatten. Die Live-Schalte ist längst fester Bestandteil des Formats und wird jedes Mal von tosendem Applaus begleitet. Selbstverständlich alles andere als normal. Aber was ist bei der Comedy Show Marke Becker schon normal? Allein aus den Kommentaren unter dem Video hätte vermutlich eine neue Show gestrickt werden können.
Das obligates Gewinnspiel starteten Markus Weise und Christoph Becker wieder aus einzigartiger Position.

Das obligates Gewinnspiel starteten Markus Weise und Christoph Becker wieder aus einzigartiger Position.

 

Das Publikum war hellauf begeistert und ließ sich gerne mitreißen.

Das Publikum war hellauf begeistert und ließ sich gerne mitreißen.

Tickets für Upcoming-Shows bereits erhältlich

Nächster Termin der Boulevard Comedy Show im Bremer Tabakquartier ist der 01. Oktober 2026, gefolgt vom 10. Dezember 2026. Und das werden ganz sicher wieder humoristische Wundertüten. Am 18. April 2026 folgt die Charity Edition des Comedy Club im Delmenhorster Autohaus Brüning. Zudem wird es im Club M des El Mariachi Solo-Shows mit Don Clarke am 30. September 2026, Kay Ray am 29. Oktober 2026 und Julian Wolber am 04. November 2026 geben. Außerdem in der Oase Haus Adelheide am 07. November mit Sebastian Reich und Amanda, dem urigen menschlich-tierischen Pärchen, das mit seinem Programm „Purer Zufall“ eine Zusatzshow zelebriert. Und sogar für den Solotermin von Johannes Flöck am 04. Februar 2027 im Club M ist der Vorverkauf bereits gestartet. Eintrittskarten gibt es über den offiziellen Ticket-Shop von CLUBSHOWS.com.

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((Beitragsbild oben v. lks.: Comedians Marcel Kösling und Tim Becker, Moderator Markus Weise, Veranstalter Michaela Becker und Christoph Becker, Comedian Thorsten Bär, Intendant Kay Kruppa))

 

 

 

 

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