Bleirohre in Bremer Altbauten müssen bis heute ausgetauscht oder stillgelegt sein
Eigentlich ist heute Deadline-Day für Bleirohre im Trinkwassersystem von Immobilien. Der Einbau ist laut Trinkwasserverordnung in Deutschland bereits seit 1973 verboten. Vorhandene Bleirohre müssen der Vorgabe entsprechend bis zum 12. Januar 2026 stillgelegt oder ausgetauscht sein. Doch die Kapazitäten der Fachfirmen sind begrenzt. Bei Handwerksbetrieben, die solche Tätigkeiten durchführen, soll es gegenwärtig Wartezeiten zwischen zwei und sechs Monaten geben. Weiteres Problem ist, dass manchen Vermietern und Eigentümern gar nicht bewusst ist, dass in ihren Altbauten Bleirohre verlegt sind.
Nach den Vorgaben der aktuellen Verordnung müssen die entsprechenden Arbeiten zur Entfernung oder Stilllegung der Bleileitungen bis zum 12. Januar 2026 abgeschlossen sein. Insbesondere Vermieter müssen diese Frist einhalten. Eigenheimbesitzer, die ihr Haus selbst bewohnen und nicht vermieten, haben unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, beim Gesundheitsamt eine Fristverlängerung zu beantragen. Bei Verstößen drohen laut Eigentümerverband „Haus und Grund“ Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.
In Häusern, die vor 1973 erbaut wurden, ist es möglich, dass die Trinkwasserinstallation noch aus Bleileitungen besteht, was auch für die Hausanschlussleitung von der Grundstücksgrenze zum Haus gilt. Um herauszufinden, ob Bleirohre vorhanden sind, kann eine Sichtprüfung durchgeführt werden: Bleileitungen sind in der Regel grau und oft in weiten Bögen verlegt. Beim Anschlagen mit einem metallischen Gegenstand, wie einem Schlüssel, erzeugen sie einen dumpfen Klang. Da Blei ein weiches Metall ist, kann es mit einem harten Gegenstand leicht eingeritzt werden. Falls Unsicherheit besteht, kann ein zugelassenes Labor beauftragt werden, das Trinkwasser auf Blei zu untersuchen.
Gefahren duch Blei im Trinkwasser
Die Aufnahme von Blei über das Trinkwasser wirkt sich schließlich unter anderem auf das Nervensystem und das blutbildende System aus – Konzentrationsmangel oder Bluthochdruck können die Folge sein. Bei Kindern spielen außerdem kognitive Beeinträchtigungen, sowie Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeits- und Reaktionsleistungen und die Verschiebung der Hörschwelle eine Rolle. Blei wird zum Teil in Zähnen, Haaren oder Knochen gespeichert. In stressigen körperlichen Situationen wie Krankheit oder Schwangerschaft kann das im Knochen abgelagerte Blei erneut mobilisiert und in den Blutkreislauf freigesetzt werden. Mit der aktuellen Trinkwasserverordnung soll die Aufnahme von Blei über das Trinkwasser künftig verhindert und damit der Gesundheitsschutz der Verbraucher weiter verbessert werden.
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((Beitragsbild oben: Symbolbild – Fotolia))





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