Arbeit und Lernzentrum Bremen schließt seinen Urban-Gardening-Bereich wegen wegfallender Förderungen

Vor rund zehn Jahren begann sich eine knapp 2000 Quadratmeter große ehemalige Brachfläche neben dem Arbeit und Lernzentrum (alz) in eine grüne Oase zu verwan­deln. Stück für Stück entstanden an der Hermann-Fortmann-Straße Beete, es wurde gepflanzt und gestaltet. Ziel war es, mit Workshops und durch praktische Beispiele zu zeigen, wie Gärtnern in der Stadt geht und dass sich auch der kleinste Fleck dazu eig­net, mehr Grün ins Grau zu bringen. Das Projekt UrbanGardening wird nun eingestellt. Grund ist der Wegfall verschiedener Förderungen, ohne die das Konzept nicht weiter­geführt werden kann.

„Wir werden das Gelände etappenweise zurückbauen“, erklärt alz Betriebsleiterin Ka­tharina Lischka. Sie bedauert das Ende des UrbanGardening, es habe jedoch keine Al­ternativen gegeben. Die Förderungen seien stückweise weggefallen. „Die Verträge der Mitarbeiter laufen aus und werden nicht verlängert. Dadurch haben wir nicht genug Leute und ab September werden es noch weniger“, erklärt sie. Das alz ist ein Beschäf­tigungsträger, der Arbeitsplätze für Menschen schafft, die Schwierigkeiten haben, sich auf dem regulären Arbeitsmarkt zu integrieren. Dafür ist der gemeinnützige Verein auf Förderungen angewiesen. Deshalb ist es dem alz nicht möglich, extra Personal einzu­stellen, um das Projekt UrbanGardening weiter zu betreiben.

Förderung von Klimaschutzprojekten eingestellt

Die endgültige Entscheidung, das Areal zu schließen, fiel vor einigen Wochen, als das alz die Information bekam, dass auch das Projekt „Klimaschutz im Alltag“ eingestellt wird. Mit ihm hatte die Senatsstelle für Umwelt, Klima und Wissenschaft bisher ge­meinnützige Projekte zum alltagsbezogenen Klimaschutz in Quartieren gefördert. Für den Rückbau kalkuliert das Team circa ein halbes Jahr ein, was aber auch davon ab­hängt, wie viele Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Abverkauf beginnt ab sofort

Wer sich Stücke aus dem UrbanGardening-Bereich nach Hause holen möchte, kann das weiterhin tun. Ab sofort werden auch Teile, die bisher ausschließlich als Deko- und Demonstrationsobjekt dienten, verkauft. Ob alte Zinkwannen, Zäune aus Skiern, handgefertigte Mosaik-Gehwegplatten, Schränke, Vogelfutterstationen, Pflanzen, hängende, stehende oder steckende Deko: Alles darf und muss gehen.

Mini-UrbanGardening-Bereich geplant

Was die Zukunft des Areals betrifft, können Geschäftsführerin Susanne Hirsch und Be­triebsleiterin Katharina Lischka noch keine Aussagen treffen. Es gibt Ideen, doch ob, wie und mit wem diese umgesetzt werden können, steht in den Sternen. Völlig aus dem Portfolio des alz verschwindet das Thema „Gärtnern in der Stadt“ jedoch nicht. Im vorderen Bereich des Betriebsgeländes – neben dem Bistro Mahlzeit, dort, wo in den vergangenen Jahren der „Gartencenter“ aufgebaut war – soll ein Teil des Gartens in anderer und deutlich kleinerer Form gestaltet werden.

Aktuelle Öffnungszeiten und Urban-Gardening-Workshops

Wer den aktuellen UrbanGardening-Bereich noch besuchen möchte, hat dazu im Juli und August mittwochs zwischen 9.30 und 15 Uhr Gelegenheit. Weitere Öffnungstermi­ne gibt es nicht. Die Urban-Gardening-Workshops (Gartenführungen, Dotpainting, Löffelfische, Skulp­turen, Entstehung eines Hochbeets, Fahrradreparatur) entfallen und finden ab sofort nicht mehr statt.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert