Altersdiskriminierung in Stelleninseraten ein Problem für den Bremer Arbeitsmarkt?

Die deutsche Wirtschaft krankt am Arbeitskräfte- und insbesondere Fachkräftemangel. Nun haben Experten Tausende von Stelleninseraten nach potenziell altersdiskriminierenden Formulierungen durchforstet. Tatsächlich ist die erkennbare Ausgrenzung enorm und könnte sich für den Arbeitsmarkt als negativ erweisen.

Längst gibt es seitens des Bundes und der Länder etliche Initiativen, speziell die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu motivieren, über das Renteneintrittsalter hinaus nach verträglichen Modellen berufstätig zu bleiben und vor allem auch die bereits erfahrenen Beschäftigten in den Unternehmen zu halten. Doch bei genauerer Betrachtung werden ältere Menschen – wobei wir hier noch nicht mal von denen im Renten- und Pensionsalter sprechen – bereits in den Stellenanzeigen aussortiert.

So heißt es in der Konklusion der Erhebung, Diskriminierung aufgrund des Alters schade keinesfalls nur den betroffenen Personen selbst, stattdessen auch der Wirtschaft. Als potenziell diskriminierend wurde etwa die am häufigsten genannte Formulierung „Berufseinsteiger“ identifiziert, gefolgt von „Junges Team“, mit weitem Abstand dahinter die Formulierung „Studienabsolvent:innen“. Gleichwohl als oft vorkommend wurden Ausdrücke wie „Karrierestart“, „schnelllebiges Umfeld“, „Fit und belastbar“ oder „Digital Native“ eruiert. Die können in den entsprechenden Unternehmenskontext passen; eine Einladung für bereits gestandene Arbeitende ist das sicherlich nicht.

Dabei hatte man die potenziell schwierigen Formulierungen auch nach Branchen und Gewerken heruntergebrochen. Mit dem Resultat, dass solche Formulierungen am häufigsten im Handwerk genutzt werden. Am zweiter Stelle folgen bereits die Job-Ausschreibungen im Gesundheitswesen, danach die Berufe im Ingenieurwesen, anschließend die Gastronomie und Hotellerie sowie der IT-Sektor.

Laut der Experten mögen Begriffe wie „junges Team“ auf den ersten Blick harmlos wirken, können allerdings – abhängig vom Kontext – eine altersdiskriminierende Wirkung entfalten. Bereits der Eindruck, nicht angesprochen zu werden, könne qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber unmittelbar ausschließen. Das immanente Problem: Unternehmen riskieren nicht nur, wertvolle Fachkräfte zu verlieren, sondern begeben sich damit möglicherweise auch in arbeitsrechtliche Grauzonen.

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