100 Jahre Paritätischer Bremen – Senatorin Schilling: „Wohlfahrtsverbände verbessern das Leben von Millionen Menschen“
Vor 100 Jahren wurde der Paritätische Wohlfahrtsverband in Berlin gegründet. Noch im gleichen Jahr schlossen sich auch in der Freien Hansestadt Institutionen wie Mütter- und Säuglingsheime, Kindergärten und Stifte zusammen. Heute ist der Paritätische Bremen Dachverband für rund 200 gemeinnützige Institutionen. Zum Jubiläum hat Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling heute, am 23. Oktober, Vertreter im Rathaus empfangen.
Der Einladung waren rund 220 Gäste aus der Bremer und Bremerhavener Sozialwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gefolgt. In ihrer Begrüßung hob Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling die Bedeutung der Wohlfahrt für den sozialen Zusammenhalt hervor:
„In der Gegenwart übernehmen die Wohlfahrtsverbände eine Vielzahl von Aufgaben, die das Leben von Millionen Menschen in Deutschland verbessern. Sie betreiben Pflegeheime und Kitas, unterstützen Menschen mit Behinderungen, bieten Integrationsdienste für Zugewanderte an und kämpfen gegen Armut und soziale Ausgrenzung.“
Toleranz, Offenheit und Vielfalt
1924 gegründet, entwickelte sich der Paritätische Bremen, nicht zuletzt durch die Vielfältigkeit seiner Mitglieder, schnell zu einer wichtigen Stimme der Bremer Sozialpolitik.
Organisationen aus der Gründungszeit waren unter anderem das Mütter- und Säuglingsheim Tenever (heute: Hermann-Hildebrand Haus), das St. Remberti-Stift (älteste erhaltene soziale Einrichtung Bremens), die Zentrale für Private Fürsorge (heute: Bremer Hände), der Deutsche Frauenbund für alkoholfreie Kultur (heute: FrauSuchtHilfe) sowie der Verein für Blinde.
Bis heute setzt sich der Paritätische Bremen unter den Prinzipien von Toleranz, Offenheit und Vielfalt für soziale Gerechtigkeit ein, wendet sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung und gestaltet so eine demokratische und soziale Kultur im Land Bremen mit.
Als Spitzenverband vertritt er die Interessen seiner Mitglieder in Politik, Verwaltung und Gesellschaft und steht den Vereinen fachlich und organisatorisch beratend zur Seite.
Unter dem Dach des Paritätischen gibt es Wohnangebote für ältere und behinderte Menschen, KiTas, Pflege- und Betreuungsdienste, Angebote und Beratungsstellen für erwerbslose, geflüchtete, straffällige, wohnungslose oder drogenkranke Menschen, Selbsthilfegruppen und vieles andere mehr.
In Bremen zählt der Paritätische rund 200 Mitglieder mit rund 600 Einrichtungen, in denen 17.760 Beschäftigte und geschätzt 6.500 Ehrenamtliche tätig sind (Stand: 2024).
„Aber Krise, das können wir“
Dr. Hermann Schulte-Sasse, Vorsitzender des Paritätischen Bremen, betonte während des Empfangs in seinem Grußwort: „Der Blick in die Geschichte zeigt, dass sich unsere Paritätischen Mitgliedsorganisationen schon immer an aktuelle Herausforderungen angepasst haben.
Sie erkennen, wo Unterstützung notwendig ist, rebellieren mitunter gegen verkrustete Strukturen, entwickeln neue soziale Angebote und sorgen so für Innovation und sozialen Ausgleich.“
Von Birgitt Pfeiffer, Vorständin des Paritätischen Bremen, ging auf gesellschaftliche Herausforderungen ein, blickt aber zuversichtlich in die Zukunft: „Als Gesellschaft stehen wir vor großen Herausforderungen. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel oder die sozialen Folgen des Klimawandels sind nur einige Beispiele. Und wie schon lange nicht mehr sind wir als Organisationen und Zivilgesellschaft gefordert, uns aktiv einzubringen.
Um unsere Demokratie zu schützen und die Wertigkeit einer vitalen und leistungsfähigen sozialen Infrastruktur zu betonen. Aber Krise, das können wir – das haben wir oft genug bewiesen in den letzten 100 Jahren.“
Bild oben (von links): Dr. Hermann Schulte-Sasse, Vorsitzender des Paritätischen Bremen, Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling, Birgitt Pfeiffer, Vorständin des Paritätischen Bremen und der neue Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Dr. Joachim Rock
Foto: Sozialressort








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